Themen und Bücher für Konzertlesungen,
Autorenlesungen und Vorträge
Möwenzungen
Wenn jemand 30 Jahre Erfahrung mit dem Kulturbetrieb hinter sich
hat, jede Menge Publikationen in einem guten Dutzend von Verlagen
und ein paar Tausend öffentlicher Auftritte dazu, wenn er
außerdem immer versucht hat, sich aus den Verformungen und
Untiefen der hybriden Betriebsamkeit heraus zu halten, dann hat er
viel zu erzählen.
Fiechtner und Vesely gestalten jeden Abend anders; sie
erzählen amüsant und selbstironisch von ihren
Erfahrungen, geben erhellende Einblicke in die Welt hinter den
Kulissen des Kulturbetriebes und beschreiben mit einer Auswahl von
Gedichten, Liedern und Kurzprosa aus alten und neuen Büchern
ihren Umgang mit Literatur und Musik.
Fiechtner und Vesely arbeiten seit 30 Jahren zusammen, nicht nur
bei zahlreichen Büchern oder Musikproduktionen, sondern auch
als literarisch-musikalisches Duo auf der Bühne - ihre
Konzertlesungen, in denen der herausragende ’Vorleser‘
und der brillante Gitarrist mit unspektakulären, auf das
Wesentliche reduzierten Mitteln Sprache und Musik zu einer virtuos
gestalteten Einheit verbinden, haben Maßstäbe gesetzt
und sind längst zu einem festen, auch von anderen
Künstlern übernommenen Begriff geworden.
Auf einstudierte Programme wird verzichtet, dem Publikum werden
keine Wiederholungen vorgesetzt: Fiechtner und Vesely suchen in
freier Improvisation den lebendigen, immer wieder neuen Dialog
zwischen Literatur und Musik und lassen jede Konzertlesung ihre
eigene, unverwechselbare Geschichte erzählen.
Dies ist mein Haus
Wenn Fiechtner und Vesely eine Konzertlesung mal nicht aus den
eigenen Büchern bestreiten, dann hat das immer einen guten
Grund. Ein besonders guter Grund hieß in den 30 Jahren ihrer
Zusammenarbeit immer wieder Neftali Ricardo Reyes Basoalto, geb.
1904 in Parral, gestorben 1973 in Santiago/Chile, Lyriker,
Diplomat, Präsidentschaftskandidat, Kosmopolit,
Literaturnobelpreisträger, besser bekannt unter dem Namen
Pablo Neruda. Er gilt als der bedeutendste lateinamerikanische
Lyriker des 20. Jahrhunderts, hatte sich lebenslang in die Politik
seines Landes eingemischt, die lateinamerikanische Literatur
geprägt wie kaum ein anderer und sich, Nobelpreis und andere
Auszeichnungen hin oder her, als poeta del pueblo, als
Dichter des Volkes, in die Herzen (nicht nur) der Lateinamerikaner
geschrieben.
Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely haben sich von Anfang an immer
wieder mit Übersetzungen und Vertonungen der Werke Nerudas
beschäftigt. In dieser Konzertlesung ziehen sie eine
Zwischenbilanz ihrer Sicht auf sein Leben und Werk. Ohne
umständliche Kommentare lassen sie mit neuen
Über-setzungen und Vertonungen von Texten Nerudas ihn selbst
seine Haltung zur Literatur und zum Leben erklären.
Die Poesie, vielleicht
Was bedeutet eigentlich Literatur, welchen Sinn hat das ganze
Geschreibe und wie sieht es bloß in den Köpfen der
Literaten aus ? – Diesen und anderen Fragen gehen Fiechtner
und Vesely mit einer Auswahl von Gedichten und Kurz-geschichten aus
den 30 Jahren ihrer Zusammen-arbeit nach, wobei sie sich hier und
dort in Gestalt von Veselys Vertonungen deutscher Klassiker von
Goethe über Herwegh und Heine bis hin zu Brecht und
Kästner auch mal des Rates ehrwürdigerer Kollegen
versichern und in ihren eigenen Texte die eigene Zunft nicht
schonen (siehe u.A. Fiechtners Literatensatire „Der
Dichter“ im Schmetterling- Verlag Stuttgart).
Mit den Mitteln der Literatur und der Musik ist dies eine mal
nachdenklich-analytische, mal vergnüglich-ironische Revue
durch das Verständnis und Selbstverständnis der
Literatur, der Literaten und der ‚Kulturschaffenden‘
überhaupt sowie des mit all dem einhergehenden Getriebes und
Betriebes - nicht nur, aber besonders in Deutschland.
Der Verweis auf deutschsprachige Autoren von der Klassik bis hin
zur Moderne im ungewohnten Gewand der Vertonungen des chilenischen
Poeten und Komponisten Vesely bildet die Klammer um Gedichte,
Prosaskizzen, Erzählungen und Lieder des
deutsch-latein-amerikanischen Duos, in denen sie mit einer
großen Vielfalt von literarischen und musikalischen Formen
den Verhältnissen in der Kunst, unserem Verhältnis zu ihr
und dem zuweilen schwer verständlichen Verhalten mancher
Künstler nachspüren. Das lateinamerikanische daran
deutet nicht nur die Musik an, sondern die ästhetische Kraft
der Botschaft: packend durch Schönheit... (DIE ZEIT)
Selten hat der Literaturfreund Gelegenheit, einem Autor
zuzuhören, der nicht nur schreiben kann, sondern der seine
außergewöhnlichen Texte auch hervorragend vorzulesen
versteht. Den Besuchern hat Fiechtner zwei Stunden Sprachgenuss
beschert.... Wegen der Themen und wegen der Form, in der sie
behandelt werden: Denn durch die Zusammenarbeit mit Vesely entsteht
eine einmalige Symbiose der beiden Kulturgegenden... (Badische Zeitung)
Es gibt sie noch: Künstler, die ohne Verstärker und
technische Hilfe, allein durch Sprache und Musik, das Publikum in
den Bann ziehen...
Durch die eigenwillige Mischung aus Poesie, gekonnten
Gitarren-Intermezzi, lyrischen und in feinster Harmonie
abgestimmten Wechseln der Geschichten, wurde die Konzertlesung eine
spannende Variante im bekannten Vortrags-Einerlei... (Lübecker Nachrichten)
Poesie und Musik
Das lyrisch-musikalische Zusammenspiel selbst ist es, das hier im
Vordergrund steht – sozusagen die reinste Form der von
Fiechtner und Vesely seit 30 Jahren zum Begriff ge-machten und oft
kopierten „Konzertlesung“, die, jedenfalls nach ihrer
Definition, den lebendigen, frei improvisierten und daher immer
wieder neuen Dialog zwischen Literatur und Musik sucht.
Folgen Fiechtner und Vesely bei der Zusammenstellung einer
Konzertlesung sonst einem vorab festgelegten Thema oder einem Buch,
das den ‚Roten Faden‘ für die Auswahl und
Verknüpfung ihrer Erzählungen, Gedichte und Lieder
vorgibt, so wird hier das tausendfach erprobte Verfahren umgedreht
und auf jede thematische Festlegung verzichtet. Stattdessen sind es
die einander ergänzenden und miteinander kontrastierenden
Gedichte Fiechtners und die poetischen Lieder Veselys, die sich in
Rede und Gegenrede ihre eigene Welt schaffen, und die in einer
immer wieder neuen Auswahl jede Konzertlesung eine neue, eigene
Geschichte erzählen lassen.
Eine Konzertlesung dieser Art ist ein Unikat. Sie findet nur ein
Mal statt und lässt sich nicht wiederholen - Poesie und Musik
pur, sozusagen. ...“eigentlich folgen wir einem uralten
Weg“, erläutern Fiechtner und Vesely, „Poesie und
Musik gingen in Europa über Jahrhunderte Hand in Hand“.
Mittlerweile aber haben sich ihre Wege getrennt, und so mussten sie
für ihre Arbeit ein neues Wort erfinden – Konzertlesung.
„In den ersten Jahren hat keiner verstanden, was das wohl
sein sollte“, amüsiert sich Fiechtner, „aber
inzwischen verwendet alle Welt den Begriff wie
selbstverständlich, und manchmal auch ganz
falsch...“ (El Mercurio / Chile)
...und was dann folgte, war ein Programm, das mit seiner Musik
begeisterte, mit seiner Lyrik verzauberte. Ein Programm, bei dem
Lyrik und Musik in idealer Weise miteinander verbunden waren. Wenn
Sergio Vesely spielte und sang, dann hatte man das Gefühl, er
rezitiere zu den Klängen seiner Gitarre. Die Musik war nicht
Begleitung, sie interpretierte vielmehr und schuf einen Raum, in
dem die Texte erst richtig zur Geltung kamen...
Die Lyrik an diesem Abend stammte von Urs M. Fiechtner. Meisterhaft
vorgetragen, bleib sie nicht ohne Wirkung auf die Zuhörer.
Farbige und kontrastreiche Bilder entstanden vor dem inneren Auge
und entführten die Besucher in weit entfernte Welten - um dann
wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu
werden... (Schwäbische Zeitung)
...sie bauen darauf, dass Kunst den Boden zu bereiten vermag
für eine bessere Welt. So versuchen sie, gemeinsam und mit
anderen, ernstlich multikulturell zu wirken, Erfahrungen und
Kulturkreise zu verbinden, neue künstlerische Genres zu
erfinden... (Leipziger Volkszeitung)
Über Dichter
Eine Autorenlesung über die Literatur selbst, eine Reflektion
über die Hintergründe und den Sinn (zuweilen auch Unsinn)
schriftstellerischen Tuns sowie über die Grenzen und
Möglichkeiten der Literatur, zusammengefasst aus dem
Blickwinkel eines Autors, der seine Themen ernst, sich selbst und
seine Zunft aber nicht so wichtig nimmt.
In Kurzgeschichten, in poetischen Texten und wohlbegründeten
Satiren gibt Urs M. Fiechtner Einblicke in die literarische Welt
vor und hinter den Kulissen, gibt Einblicke in das Entstehen von
Literatur, in die Motive, die für ihr Entstehen verantwortlich
sind, in die Beweggründe der Autoren und in den Stellenwert,
der all dem beizumessen ist - mal mit dem angebrachten Ernst und
mal sehr im Gegenteil, mal mit ernüchternder Präzision
und mal mit forensischer Leidenschaft, mal mit pointierten,
überaus erhellenden Analysen und mal mit sprachgewaltiger,
sprühender (Selbst-) Ironie.
Der Titel der Autorenlesung geht zurück auf ein
sprachartistisches Prosagedicht von Urs M. Fiechtner, (DER DICHTER
- Ein Lautlesegedicht für eine Stimme) das durch seine
Lesungen und Konzertlesungen weithin bekannt wurde und schon in
Kopien oder Raubdrucken kursierte, lange bevor es gedruckt vorlag -
weil es sich ständig veränderte und erneuerte und
andauernd umgeschrieben wurde.
Inzwischen gibt es eine gedruckte Fassung, ausgestattet mit
Illustrationen von Sergio Vesely (im Schmetterling-Verlag,
Stuttgart), auf Wunsch mit einer CD, die den gesamten Text des
Buches enthält, gelesen vom Autor, sowie kommentierende Lieder
von Sergio Vesely nach Gedichten von Fiechtner.
Ganz fertig ist das Buch aber immer noch nicht - Fiechtner schreibt
weiter daran, was nicht selten während seiner Lesungen
geschieht, in denen er gelegentlich den geschriebenen Text
verlässt und ihn in freier Improvisation fortschreibt.
„Sein Hund heißt Hemingway. ‚Weil er mal ein
Nierenleiden hatte und sehr viel soff‘. Herrchen Urs M.
Fiechtner hat ein sichtlich entspanntes Verhältnis zum
Literaturbetrieb. Ein Schriftsteller, der dem ‚Seewolf‘
ähnlicher sieht als einem Schreibtischtäter. Er hat
genügend Erfolg, um sich selbst auf die Schippe zu nehmen.
Persönliche Distanz hält er für wichtig, um dem
Leser eine Tür in diese morbide Realität zu
öffnen...“ (Stuttgarter Zeitung)
„Das Engagement spricht aus jeder Zeile, leise, eher
anfragend als fordernd und darum um so nachdenklicher stimmend. Ein
Autor, der, weil er sich aussetzt und ausgesetzt hat, aus seinen
reichen Erfahrungen Bilder, Geschichten und Reflexionen
filtert...“
(Ingeborg Drewitz / Darmstädter Echo)
„Fiechtner ersetzt mit seiner modulationsfähigen Stimme
und mit seinen mimischen und gestischen Fähigkeiten ein
kleines Ensemble. Seine Texte geben ihm Gelegenheit, sein
Können voll auszuspielen. Dabei verzichtet er bewußt auf
plattes Agitieren, schulmeisterliches Belehren und moralinsaure
Tiraden..“ (Main-Echo)
Geschichten aus dem Niemandsland
Konzertlesung mit Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely
Eine zurückhaltende, weder plakative noch polemische
Auseinandersetzung mit einem schwierigen Thema: das Recht und die
Würde, die Identität und Integrität des Menschen in
einer von politischen und sozialen Konflikten gezeichneten
Gegenwart.
Die Gedichte, Kurzgeschichten und Lieder von Urs M. Fiechtner und
Sergio Vesely berichten aus unterschiedlichen, oft
überraschenden Perspektiven vom Umgang mit dem
Menschenrechtsbegriff unserer Zeit, von Opfern und Tätern, von
der inneren und äußeren Situation der Verfolgten und von
den Versuchen, den Verfolgern zu widerstehen.
Die Autoren veröffentlichen seit vielen Jahren über
diesen Themenkreis, beide haben ihre ganz persönlichen
Erfahrungen damit. Die Texte, die sie für Konzertlesungen
jeweils individuell auswählen - das Thema verträgt keine
feststehenden ‘Programme’- haben daher alle etwas
gemeinsam: sie sind keine Produkte schriftstellerischer Phantasie,
sondern gehen auf Augenzeugenberichte und Dokumente aus Afrika,
Asien, Lateinamerika und Europa zurück. Dennoch - oder gerade
deshalb - geht es Fiechtner und Vesely nicht um bestimmte
Länder oder spezifische (tages-) politische Probleme, sondern
um den, von Zeit und Ort gelösten, uns alle angehenden Zustand
des in seinen Rechten, seiner Würde und seiner nackten
Existenz bedrohten Menschen.
„Ihre Geschichten, Gedichte und Lieder sind eindrucksvoll,
sprachlich ausgefeilt, ohne Pathos, feinfühlig sind Text und
Gitarre aufeinander abgestimmt. Bestechend - man kennt es aus
erhaltenen Notizen der KZ-Häftlinge -, daß es die Poesie
ist, ja sogar der Humor, die, wenn schon nicht das Leben, so doch
das ‘Menschsein’ retten, die Qualen ertragen helfen.
Nichts Weinerliches wurde da vorgestellt, obwohl es nur
einleuchtend wäre, sondern eine Zukunftserwartung
ausgedrückt, ein Überlebenswille, der den Zuhörern
nicht das unseligste aller Gefühle, das ohnmächtige
Mitleid, sondern Achtung abrang... Deshalb nimmt man es Fiechtner
und Vesely wie nur noch wenigen aus der engagierten Kunst ab -
selbst wenn man nichts von ihren eigenen Erfahrungen
wüßte - daß sie ‘singen wegen der Kinder,
wegen der Zukunft und wegen allem...’ (Mario Benedetti) - Ein
Glanzlicht zum Abschluß der Dachauer Friedenswoche in der
Versöhnungskirche...“ (Süddeutsche Zeitung)
Fremd in Deutschland
Konzertlesung mit
Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely
Gedichte, Kurzgeschichten, Prosaskizzen und Lieder über das
Exil an sich, besonders aber über das Exil und Asyl in
Deutschland und über andere Gründe, in Deutschland fremd
zu sein. - Oder auch befremdet zu sein.
In oftmals überraschenden Wendungen wird vom Leben und Denken
von Flüchtlingen erzählt, der einzelne Mensch und sein
individuelles Schicksal hinter den Zahlenkolonnen der Statistiken
sichtbar gemacht. Berichtet wird von den Gründen, die Heimat
zu verlassen und - meist unfreiwillig - eine neue zu suchen oder
doch wenigstens einen vorübergehenden Schutz, von den
Schwierigkeiten, in Deutschland Schutz zu finden, von den
unterschiedlichen - und bisweilen seltsamen - Perspektiven, aus
denen In- und Ausländer einander beäugen, - und nicht
zuletzt von der Frage, was den Umgang miteinander eigentlich so
schwierig macht.
Hier und dort wird offengelassen, ob Ausländer oder
Inländer gemeint sind, wenn von ‘Fremden’ die Rede
ist, und worin die Andersartigkeit liegen mag, die sie trennt. Oder
auch nur zu trennen scheint...
„Eine ansprechende und wirkungsvolle Symbiose aus
sprühend vorgetragenden, bildreichen Texten und
ausdrucksstarken, melodischen Liedern, die von Vesely mit
brillantem Gitarrenspiel begleitet werden. Eine Mischung auch aus
bedrückenden Gedanken und entspannenden, pointiert-humorvollen
Szenen... Wie man sich fühlt als Fremder in Deutschland und
was es Befremdendes gibt in deutschen Landen...“ (Badische Zeitung)
„Die vielschichtigen Empfindungen und Gedanken eines Menschen
im Exil, in einem fremden Land und fern von seiner Heimat, lassen
sich schwer beschreiben. Fiechtner und Vesely gelang es, die
Schwierigkeiten mit der Situation und die emotionale Verwirrung des
Betroffenen bildhaft und interessant darzulegen. Die Konzertlesung
konnte durch die gelungene Kombination von Literatur und Musik die
Aufmerksamkeit wesentlich wirkungsvoller auf die Probleme der
Flüchtlinge lenken als trockene politische Vorträge.
Teils mit Nachdenklichkeit, teils mit Humor und Ironie
öffneten Fiechtner und Vesely in ihren Liedern und Geschichten
einen Einblick in die Welt des Exils...“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung)
„Ihre Konzertlesung ist etwas Besonderes, (...) wohlgemerkt
nicht einfach Literatur plus Musik, auch nicht Collage aus beidem.
Es handelt sich um eine tatsächlich erstaunliche Kunstform,
suggestiv wirkende Symbiose von Text, Gesang und Klang. (...) Sie
sind auf Wahrheitssuche, geduldig, unverdrossen. Und sie verbieten
sich, mit den Ergebnissen andere zu überfallen. Fiechtner und
Vesely stellen nur die Fragen. Antworten werden nicht
mitgeliefert.“ (Leipziger Volkszeitung)
Was sind das für Zeiten...
Konzertlesung
mit
Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely
Was sind das für Zeiten / in denen man sich entschuldigen
muß / für ein Liebesge-dicht... - so beginnt
Fiechtners ‘Antwort für Bertolt’, die er seinem
Gedichtband „Inmitten von allem...“ vorangestellt hat.
Eine Konzertlesung also über das vielleicht älteste und
sicher beständigste Thema aller Poesie, eine Konzertlesung
aber auch über solche Zeiten, unsere Zeiten, in denen -
inmitten von allem, was uns bedrängt - die poetische
Beschäftigung mit diesem Thema seltsam unpassend erscheinen
mag.
Mit ihren Gedichten, Liedern und kurzen Erzählungen
unternehmen Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely einen Streifzug
durch die sehr vielen Bedeutungen, die das Wort ‘Liebe’
haben kann und durch die Vielfalt der literarischen und
musikalischen Möglichkeiten, sich dem Thema anzunähern -
überraschende Wendungen eingeschlossen. Sie spüren der
Liebe nach, auch und gerade an Orten und in Situationen, wo wir
ihre Existenz nie vermuten oder für längst erledigt
halten würden und ziehen eine gerade Linie von dem scheinbar
privatesten, persönlichsten aller Gefühle hin zur
Menschenliebe und - wie es in einem Lied Veselys heißt -
dem Grund, ein Mensch zu sein
„Kostbare Liebesgedichte aus der Feder Urs M.
Fiechtners... Schon in den ersten drei Zeilen spricht einem der
Poet aus dem Herzen: ‘Was sind das für Zeiten / in denen
man sich entschuldigen muß / für ein
Liebesgedicht.’ Doch es geht weiter im Text: ‘Die
Zeiten waren nie anders.’ Typisch Fiechtner. Typisch, wie er
hier den guten Glauben konterkariert und jählings das
Privatime, das Diskrete mit scharfem Strich ins Öffentliche
kehrt. Nichts freilich, was gegen das Liebesgedicht spräche!
Am Ende heißt es, man lasse sich nicht das Maul verbieten.
Denn die Gedichte ‘bereiten den Boden für eine andere
Zeit.’ Das kann Poesie leisten.
Wo er sonst die Feder wetzt, hier gelangt er zum einfachen
Ausdruck, zu frei schwebenden Zeilen, die keine Deutung mehr
heischen - ewig. (...) Innig ist dieser Dank an die Liebe,
phantastisch an anderer Stelle. Doch Fiechtner wäre nicht
Fiechtner, würde er nicht mit einem Male von ganzem Herzen
losschimpfen und stolz der Unmenschlichkeit die Stirn bieten.
‘Wo die Liebe nicht ist’, da ist er hart und macht
einen genialischen Ausflug in die konkrete Poesie, ins Abstruse -
in diesem Kontrast erscheint die Sprache der Liebe doppelt
klar.“ (Südwest Presse)
Mario Rosas
Autorenlesung für Jugendliche und Erwachsene mit Urs M.
Fiechtner
Eine dokumentarische Erzählung zur Zeitgeschichte, ein Buch
über Flucht, Exil und Asyl, über Anpassung und
Widerstand, über das Aufeinanderprallen von
Klischeevorstellungen und über die schwierige Suche nach
Orientierung in verwirrenden, zuweilen absurd anmutenden
Zeiten.
„Die tägliche Realität“ - sagt Urs M.
Fiechtner zu seiner Arbeitsweise, wahre Geschichten aufzugreifen-
„geht manchmal so seltsame Wege, daß auch der
seltsamste Dichter nichts mehr hinzuphantasieren
könnte.“ Hier greift er die Geschichte eines jungen
Flüchtlings auf, der vor der Militärdiktatur seines
Landes in das Land flieht, aus dem seine Vorfahren, ebenfalls als
Flüchtlinge, gekommen waren: Deutschland.
„Mario Rosas - Die Geschichte einer Flucht“ ist ein
Buch über eine wiederholte Flucht in umgekehrter Richtung,
aber unter ähnlichen Vorzeichen. In komprimierter Form wird
hier Zeitgeschichte umfaßt und ebenso kenntnisreich wie
spannend erklärt, gleichzeitig wird, ohne moralischen Gestus
und nicht selten mit hintergründigem Humor, auf jene anderen
Formen des Fliehens verwiesen, die solche Zeitgeschichte erst
möglich machen: das nicht-hinsehen-wollen, die unkritische
Anpassung, das bequeme, aber gefährliche Verharren auf Phrasen
und Vorurteilen, die uns wohl die Mühe eigenen Nachdenkens
ersparen, aber unser Zusammenleben so schwierig machen; - erst
recht das zwischen Inländern und Ausländern.
„In erzähltechnisch interessanter Verschränkung
von Zeit- , Handlungs- und Problemebenen läßt Fiechtner
Mario Rosas lebendig werden. Die Auseinandersetzungen zwischen
Mario und seinem Vater spiegeln die politischen Zustände in
Chile während der Regierungszeit Allendes und nach dem
Militärputsch Pinochets wider. Der Vater, der als David
Rosenbaum in Frankfurt am Main geboren wurde, ist als Kind auf der
Flucht vor der rassischen Verfolgung der Nationalsozialisten nach
Chile gekommen, hat sich hier völlig assimiliert und ist als
David Rosas zu einem angesehenen Geschäftmann aufgestiegen.
Seinem Sohn, der sich mit Freunden während der Regierungszeit
Allendes in den Elendsvierteln Santiagos engagiert hatte, steht er
verständnislos gegenüber. Pinochets Putsch ist für
David die Rettung des Vaterlandes. Mario dagegen arbeitet im
Untergrund gegen das Militärregime.
Für Mario bleibt unfaßbar, daß der Vater die Augen
vor der Wirklichkeit in Chile verschließt, daß er die
Parallelität zu den Ereignissen in Deutschland 1933 nicht
erkennt... Als Mario selbst von der Verhaftung bedroht wird,
verhilft ihm der Vater zur Flucht, zunächst nach Argentinien,
von wo ihn der Militärputsch Videlas wenig später wieder
vertreibt. Diesmal nach Frankfurt - Ironie der Geschichte?! Mario
stellt einen Asylantrag. Mit der Beschreibung des Lebens eines
Asylbewerbers aus der Sicht des Betroffenen zwingt Fiechtner den
Leser zur Wahrnehmung von Problemen, macht Klischeevorstellungen
bewußt und damit fragwürdig... Fiechtner entgeht der
Gefahr der Schwarzweißmalerei, indem er auch Mario und die
anderen Asylbewerber nicht als frei von Vorurteilen erscheinen
läßt...
Fiechtners engagiertes, in Passagen durchaus parteiisches Buch ist
spannend und informativ zugleich und fordert zur Auseinandersetzung
heraus. (Der Tagesspiegel)
Annas Geschichte
Urs M. Fiechtner
Autorenlesung für Jugendliche
"Annas Geschichte“ gehört zu den bekanntesten
Büchern von Urs M. Fiechtner, erhielt viele Literaturpreise
und Auszeichnungen, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und
gehört heute zur Lektüre in vielen Schulen.
Die Erzählung für Jugendliche (ab ca 14 Jahren) und
Erwachsene beruht auf der Geschichte einer Familie, die wegen ihres
politischen und sozialen Engagements verhaftet wird und
„verschwindet“ - das heißt in jene
geheimgehaltene, offiziell geleugnete Form politischer Haft
gerät, die von immer mehr Staaten praktiziert wird und die nur
wenige Menschen überleben. „Anna“, ihre
jüngere Schwester und ihre Mutter haben es dank des
Eingreifens von amnesty international und anderer
Menschenrechtsorganisationen überlebt und konnten darüber
berichten.
Urs M. Fiechtner, der sich seit vielen Jahren mit den Formen und
Folgen von Menschenrechtsverletzungen beschäftigt, hat die
Geschichte aufgegriffen und in einer weitgehend von Ort und Zeit
gelösten - und somit übertragbaren - Form literarisch
umgesetzt. Grundlage für sein Buch waren nicht nur die
individuelle Erfahrung weniger Menschen, sondern mehrere Hundert
Berichte von Betroffenen, Zeugenaussagen und Dokumente aus
über 30 Ländern der Welt. Erzählt wird die
Geschichte vor dem Hintergrund sozialer und politischer Konflikte
in Lateinamerika. Auch nach dem Zusammenbruch vieler
„klassischer“ Militärdikaturen fühlt sich das
Militär in den meisten Ländern als Garant der inneren
Sicherheit, mit nur wenigen Ausnahmen haben fast alle Länder
Lateinamerikas in der Vergangenheit das
„Verschwindenlassen“ von Oppositionellen praktiziert,
in nicht wenigen Ländern der Welt gehört diese besonders
grausame Form politischer Gefangenschaft nach wie vor zum
Alltag.
‘Annas’ langer Weg durch geheime Verhörzentren,
Haftlager und Gefängnisse steht stellvertretend für die
Geschichte vieler Menschen und ist - leider - ein Bericht aus einer
uns täglich umgebenden Realität, von der viele wissen,
aber nur wenige reden.
„Bisweilen greift man sich an den Kopf, wenn wieder einmal
Literaturfunktionäre mit traumwandlerischer Sicherheit die
‘ausgewogene’ Mittelmäßigkeit
preiskrönen. Grund zur Freude aber gab es, als dieses
erschütternde, ergreifende, erhellende Buch ausgezeichnet
wurde... Die Geschichte einer Verschwundenen : So ist es beinahe
unterkühlt im Untertitel formuliert. Annas Schicksal steht
beispielhaft für das Leben vieler Menschen, die plötzlich
in die brutale Maschinerie einer Diktatur geraten. Daß das
Muster des Nazi-Terrors unserer Vergangenheit durchscheint, liegt
gewiß in der Absicht des Autors, der sich seit Jahren in
Menschenrechtsorganisa-tionen engagiert. (...) Als Studentin
führt Anna ein unbeschwertes Leben in einer
lateinamerikanischen Großstadt. Von den Aktionen des
Widerstandes ge-gen die Willkür der Machthaber erfährt
sie zunächst nur sporadisch. Dann lernt sie Rodrigo kennen,
verliebt sich in ihn. Die beiden heiraten und erleben eine kurze
Phase intensiven Glücks. Anna wird schwanger. Ihr
Bewußtsein ist schärfer geworden. Sie will nicht
länger schweigend die Ungerechtigkeiten hinnehmen, die die
Regierung Tag für Tag den Menschen zufügt, und sie mischt
sich ein... In 24 Szenen schildert Urs M. Fiechtner Annas
Geschichte. Eine authentische Geschichte, deren Fakten und Zeugen
der Autor in einem Nachwort benennt (verschlüsselt
natürlich, um sie nicht zu gefährden). Sie erzählt
von Demütigung und Folter und jener menschenverachtenden
Gewalttätigkeit, die zum barbarischen Wesen jeder Diktatur
gehört. Sie erzählt aber auch von Menschen wie Anna, die
in ihrem Zorn und ihrer Verzweiflung die Angst überwinden und
ihr Leben einsetzen für das Leben der anderen... Also auch
eine Geschichte von der Hoffnung? Ja, trotz allem. Und hoffentlich
erhellt sie viele Köpfe!“ (DIE ZEIT)
Verschwunden - In geheimer Haft
Vortrag
oder Autorenlesung mit Urs M. Fiechtner
oder
Konzertlesung mit Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely
„Mit dem Band Verschwunden - In geheimer Haft fügt
Urs M. Fiechtner mit seinem deutschen Originalbeitrag der jetzt 14
Bände umfassenden Enzyklopädie der
deutsch-französischen Reihe „Ich klage an“ einen
Höhepunkt hinzu. Klar und genau gedacht, ohne kalt zu werden,
entwickelt Fiechtner die Mechanik und Logik eines Terrors, der
darauf beruht, Angst und Hoffnung als teuflisch schizophrene
Kombination zu installieren. Gegen Verhaftung, gerichtliche
Willkürurteile, öffentliches Gemetzel oder
Unterdrückung von Demokratie lässt sich protestieren und
Öffentlichkeit mobilisieren, nicht gegen das Verschwinden. Die
Liste der Staaten, in denen das "Verschwinden" zur Praxis
wurde, ist schrecklich lang, von südamerikanischen
Demokraturen bis zu befreundeten Staaten wie Türkei und Indien
- die "Erfindung" im 20. Jahrhundert hat ein deutsches
Patent: den Nacht-und-Nebel-Erlass vom 7. Dezember 1941.
Verschwundene leben, aber sie existie-ren nicht, die
Angehörigen können nicht suchen, weil offiziell niemand
vermisst wird. Catch 22 nannte Joseph Heller diese Form der Logik.
‚Der Tag, an dem Elena verrückt wurde‘ heißt
eine große Geschichte dieses Bandes, in der Eltern vergeblich
darauf warten, dass ihre 16-jährige Tochter wieder nach Hause
kommt. "Mitleid ohne Verständnis schafft keine Nähe
und erst recht keinen Trost, sondern Distanz." Urs M.
Fiechtner verbindet beides. Klagen nicht öfters
Pädagogen, sie wüssten nicht, wohin mit ihrem
Schullektüre-Etat?“ (DIE ZEIT)
Notizen vor Tagesanbruch
Konzertlesung
Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely
Eine aktuelle und doch beständige, immer wieder neu und anders
akzentuierte Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir leben und
welche Haltung wir einnehmen in Zeiten, die so friedlich nicht
sind, wie sie scheinen und in denen Freiheit und Sicherheit zum
Besitzstand eng umgrenzter Minderheiten gehören; - ein
Innehalten, eine Verschnaufpause bei ein paar jener Fragen, von
denen wir wohl wissen, daß sie unsere Existenz unmittelbar
berühren, die uns aber im Getriebe des Alltages immer wieder
entgleiten.
Mal mit nüchtern-analytischer Nachdenklichkeit, mal mit
freundlicher Ironie und gelegentlich mit befreiendem Spott
umkreisen die Gedichte, Kurzgeschichten und poetischen Lieder von
Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely den Umgang des Menschen mit sich
selbst und mit anderen, unser Verhältnis zu den Rechten und
der Würde, die uns zwar angeboren sind, die wir aber nicht
immer pfleglich behandeln und oftmals erst einfordern, wenn es zu
spät ist - oder gar nur für uns selbst, nicht aber
für andere gelten lassen. Vor dem Hintergrund einer Zeit, die
mit ihren so persönlichen wie politischen Herausforderungen
nicht gerade geizt und uns den Blick in den Spiegel zuweilen schwer
werden läßt, fragen Fiechtner und Vesely vorsichtig und
unaufdringlich nach den Wegen, zu widerstehen und vor uns selbst zu
bestehen. „Es sind die Niedergeschlagenen, die das Geschäft der
Niederlagen treiben “, heißt es kurz und trocken bei
Fiechtner, „ - ohne sie wären die Niederlagen hilflos.
Nur kleine Anekdoten auf unserem Weg.“
„...eine faszinierende multikulturelle Mischung über
Grenzen hinweg, ein artifizielles, künstlerisches Fanal gegen
den geistigen und moralischen Niedergang in unserem Lande.
Gleichwohl lassen die Gedichte und Lieder ihre Anlässe weit
hinter sich, dringen tief vor, auch und gerade in unsere
Befindlichkeit. Fiechtner und Vesely eint ein gemeinsamer lyrischer
Ton aus wissender Trauer, aus glühender Menschenliebe, aus
Lakonie und verhaltenem Witz, aus vorsichtiger Emphase, aus
trotziger Zuversicht und ungebrochener Hoffnung...
Immer ist der Ton differenziert, Kopf und Herz gleichermaßen
bannend oder schmerzhaft berührend, wenn der lyrische Text
Erkenntnis vermittelt, die in Selbsterkenntnis umschlägt - die
Beschäftigung mit der Frage ‘wie leben wir’ ist
hier in jedem Moment authentisch...“ (Norddeutscher Rundfunk, Literatur Journal)
Schlafe, mein Deutschland...
Konzertlesung mit
Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely
Es ist Georg Herwegh (1817-1875), der deutsche Dichter des
Vormärz und badische Revolutionär, den Urs M. Fiechtner
und Sergio Vesely nicht ohne Absicht zum Namenspatron für ihre
Konzertlesung über deutsche Befindlichkeiten gewählt
haben. Der Titel Schlafe, mein Deutschland... zitiert ein
liebevoll-spöttisches Gedicht Georg Herweghs, das, von Sergio
Vesely vertont und in ein Lied verwandelt, hier als Motto über
einer literarisch-musikalischen Betrachtung des demokratischen
Geistes in Deutschland steht.
Eine ganze Reihe von Texten sehr verschiedener Autoren der
‘bürgerlichen Revolution’, von Vesely aus seiner
ja nicht unbedingt ‘deutschen’ Perspektive vertont und
gesungen, bilden das geistig-historische Bindeglied dieser
Konzertlesung, die jedoch nicht bei dem Jahr 1848 und seiner
historischen Würdigung stehenbleibt, sondern, unter
ständigen Querverweisen zwischen Geschichte und Gegenwart, den
demokratischen Impuls jener Epoche aufgreift und danach fragt, was
in den Köpfen von heute daraus geworden ist.
In ihren Gedichten, Prosaskizzen und Liedern fragen Urs M.
Fiechtner und Sergio Vesely nach dem Zustand demokratischen
Bewußtseins heute, nach unserer Fähigkeit, Geschichte zu
gestalten anstatt ihr zu unterliegen, nach Untertanengeist und nach
den Geistern (restaurierter?) Obrigkeit - und, immer wieder, nach
dem Standort der Rebellen und nach der Notwendigkeit, zur rechten
Zeit am rechten Ort ‘Nein!’ zu sagen.
„...so kann man feststellen, daß ihre Lyrik zwar
eine bemerkenswerte Vielfalt im Formalen aufweist, sie sich aber
über die Jahre in der großen, fast einzigartigen Kunst
treu geblieben sind, zwei hierzulande meist unvereinbare Dinge auf
ganz natürliche Weise zusammen zu bringen: unbeirrbares, im
altmodischen Sinne prinzipientreues und daher auch
konjunkturunabhängiges politisches Engagement und einen ebenso
unbeirrbaren Humor, der die Sache ernst, sich selbst aber nicht so
wichtig nimmt...“ (Hispanorama)
Was bleibt, was wird
Eine bürgerliche Konzertlesung
mit Urs M. Fiechtner und Markus Munzer-Dorn
Ein Streifzug durch die Landschaften (deutschen) demokratischen
Bewußtseins in Vergangenheit und Gegenwart, ein Innehalten
bei und ein Verweis auf manche Kernbereiche demokratischen Denkens
und Handelns, die unter dem Druck alltäglicher Sachzwänge
uns allen - und nicht nur ‘der Politik’ - zuweilen zu
entgleiten drohen.
Ausgangspunkt ist der Vormärz, das Gedankengut der
‘bürgerlichen’ Revolution von 1848, die Zeiten
danach und die Frage, was aus all dem eigentlich geworden ist; -
nicht so sehr in Gestalt demokratischer Institutionen und
staatlicher Strukturen, sondern an den Schnittstellen zwischen dem
privaten und dem öffentlichen Bewußtsein, zwischen der
Gestaltung des eigenen Lebens und der Gestaltung gesellschaftlichen
Handelns oder Unterlassens.
Mit den Mitteln der Konzertlesung verbinden Urs M. Fiechtner und
Markus Munzer-Dorn in einer Vielfalt literarischer und
musikalischer Formen Wort und Musik, Lyrik und Lieder zu einer
geschlossenen Einheit, deren Komponenten sich wechselseitig
ergänzen und miteinander kontrastieren. In freier
Improvisation - auf starre, einstudierte Programme wird sehr
bewußt verzichtet - entsteht auf der Bühne ein
lebendiger, immer wieder erneuerter Dialog, der Fragen nach unserer
Geschichte und Gegenwart stellt - Antworten werden nicht
mitgeliefert.
„Der ulmer Schauspielmusiker interpretiert seine Texte mit
selbstironischem Understatement. Tiefsinn tragen diese Verse
versteckt in sich und nicht plakativ vor sich her.
Unprätentiös, aber gar nicht banal sind die Melodien
dazu. Die Konzertgitarre spielt Munzer-Dorn mit ausgefeilter
klassischer Technik - seine feinen Sologitarren-Miniaturen
ergänzen die besinnlichen Titel.“ (stereoplay)
„Ein Liedermacher, und einer, der wirklich Gitarre spielen
kann dazu. Markus Munzer-Dorn ist ausgebildeter Gitarrist und
Musiker... Die kompositorische Erfahrung wirkt sich erfreulich
aus...
Insgesamt tritt hier seit längerer Zeit wieder ein
Liedermacher und ein sensibler Zeitgenosse auf, von dem sich noch
Überraschungen erwarten lassen...“ (Frankfurter Rundschau)
„Da sitzt ein brillanter Vorleser auf der Bühne, der ein
paar Geschichten erzählen möchte. ‘Welche? Das
wissen wir selbst noch nicht genau. Es ist nicht immer klug, direkt
auf ein Thema zuzumarschieren - manchmal ist es besser, es zuerst
zu betrachten, zu umkreisen, sich langsam zu nähern. Damit es
nicht erschrickt und wegläuft. Oder gar
zurückbeißt.’ Als Urs M. Fiechtner das erste Blatt
umschlägt, beginnt sein Begleiter leise auf der Gitarre zu
spielen...“ (Schwarzwälder Bote)
amnesty international von innen
Vortrag und Lesung
mit Urs M. Fiechtner
Kaum jemand kennt die größte und älteste
Menschenrechtsorganisation der Welt besser als Urs M. Fiechtner.
Seit über 35 Jahren hat er sie begleitet und über sie
geschrieben, hat von ihren Erfolgen und Niederlagen berichtet, hat
mit den Tätern und Opfern von Menschenrechtsverletzungen
gesprochen, das zähe Ringen um die Durchsetzung der
Menschenrechte mitgestaltet und viele Konflikte auf der Suche nach
dem richtigen Weg miterlebt. Kenntnisreich und einfühlsam, bei
allem Engagement aber auch nüchtern und kritisch gibt er
erhellende Einblicke in das Innenleben der Organisation und ihrer
Arbeit.
Frei und gleich geboren!
Vorstellung der Buchreihe und Lesung mit Urs M.
Fiechtner
oder Lesung mit Urs M. Fiechtner und
Reiner Engelmann
oder Konzertlesung
mit Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely
An die 100 Autorinnen und Autoren aus aller Welt haben bisher mit
Originalbeiträgen an den von Urs M. Fiechtner und
Reiner Engelmann im Verlag Sauerländer heraus-gegebenen
Lesebüchern zu Themen rund um die Menschenrechtserklärung
der UNO mitgearbeitet.
Die ebenso thematisch wie literarisch sehr vielseitigen
Lesebücher für Jugendliche und Erwachsene sind als
‚Bibliothek im Kleinen, die zum Stöbern einladen
will‘ (Fiechtner) angelegt. Ein breites Spektrum von
belletristischen Texten, die von der Kurzgeschichte über
Liedtexte und Gedichte bis hin zu Theaterstücken reicht,
wechselt sich mit Sachtexten, Berichten, Reportagen und Essays ab.
Zu den Autoren zählen renommierte Schriftstellerinnen und
Schriftsteller aus allen Kulturkreisen ebenso wie Wissenschaftler
oder Fachleute aus großen humanitären
Hilfsorganisationen und Menschenrechtsorganisationen, bekannte
Journalisten sowie Opfer von Menschenrechtsverletzungen und
Zeitzeugen.
Jeder Band behandelt Themen, die sich aus Allgemeinen
Erklärung der Menschenrechte ergeben und wesentliche
Aspekte des heutigen Menschenrechtsbegriffs fassbar machen.
Band I – Frei und gleich geboren –
beschäftigt sich mit den bürgerlichen und politischen
Menschenrechten, auch „Freiheitsrechte“ genannt.
Band II – aller menschen würde –
erläutert den Begriff der Menschenwürde und beschreibt
die Arbeit von Menschenrechtsorganisationen, u.a. am Beispiel von
amnesty international.
Band III – Frei von Furcht und Not –
erklärt die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen
Menschenrechte.
Band IV – Kinder ohne Kindheit - konzentriert sich auf
die Rechte von Kindern und Jugendlichen, die sich aus den
Menschenrechten ergeben und in einer eigenen Konvention der UN
festgeschrieben worden sind.
Band V ist zur Zeit in Vorbereitung., erscheinen wird er zum 60.
Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte 2008.
Kinder ohne Kindheit
Autorenlesung oder Konzertlesung
Der neue Band Kinder ohne Kindheit in der Lesebuchreihe von
Fiechtner/Engelmann rund um die Menschenrechts-Erklärung
greift die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen in einer
von Krisen gebeutelten Welt auf. Neben traditionellen
Buchvorstellungen mit Fiechtner oder Engelmann sind auch
Konzertlesungen mit Fiechtner und Vesely zu diesem Thema
möglich.
Die Würde des Menschen ist (un)antastbar
Autorenlesung
oder Vortrag
oder Konzertlesung
Ein Thema aus dem politischen Alltag in gut der Hälfte aller
Länder der Welt, ein Thema das schon immer gerne verschwiegen
wurde und das uns doch, spätestens seit dem "Krieg gegen
den Terror“, über die Umwege von Abu Ghreib und
Guantánamo immer wieder erreicht. „Die Folter hat
aufgehört zu existieren“, schrieb ein triumphierender
Victor Hugo im Jahr 1874, und irrte sich sehr - heute ist sie
weiter verbreitet, als sie es jemals war. Fiechtner und Vesely sind
hier kundige und nüchterne Berichterstatter - der eine als
erfahrener Mitarbeiter und Berater von
Menschenrechts-Organisationen, der andere als Zeitzeuge aus den
Verhörzentren von Pinochets Militärdiktatur.
Veranstalter können zwischen verschiedenen Varianten
wählen - Autorenlesung, Konzertlesung oder Vortrag - denen
allen gemeinsam ist, dass sie sich in einer zurückhaltenden
und niemals plakativen, aber immer erhellenden und informativen
Form dem Thema annähern.
Auf Wunsch kann zusätzlich eine Ausstellung von amnesty
international unter demselben Titel bestellt werden, an der
Mitglieder der autorengruppe79 mitgearbeitet haben: Kontakt:
ai.ulm@freenet.de.
Nähere Informationen zur Ausstellung unter www.amnesty.de/ulm.
Inmitten von allem...
Konzertlesung mit Urs M. Fiechtner & Markus
Munzer-Dorn
Mit dem Leben hier und heute, dem Leben im Zentrum Europas und der
Suche nach Orientierung in einer weitgehend orientierungslosen
Zeit, mit dem Zustand unserer Gesellschaft und der Identität
und Integrität des einzelnen Menschen beschäftigt sich
diese Konzertlesung, die mit den Mitteln der Literatur und Musik
Themen unserer Gegenwart umreißt und verdichtet: eine
Konzertlesung zu Aspekten der Zeitgeschichte also, die aber doch -
wie es Sache der Literatur ist - weit über das Tagesgeschehen
oder den bloßen Zeitgeist hinausgreift.
„Inmitten von allem...“ verbindet Wort und Musik, Lyrik
und Lieder zu einer harmonischen Einheit, deren Komponenten sich
wechselseitig ergänzen oder kommentieren. Die präzise,
gleichwohl bilderkräftige Lyrik Fiechtners wird hier um den
hintergründigen, feinfühligen Sprachwitz Munzer-Dorns
ergänzt und erweitert, dessen Lieder irgendwo in der Mitte
zwischen vertonter Poesie und Chanson anzusiedeln sind.
„Markus Munzer-Dorns Doppelbegabung ist bemerkenswert:
einerseits ist er ein vorzüglicher Gitarrist, der stilsicher
und geschmackvoll die Gitarrenliteratur zwischen Frühbarock
und Neuzeit interpretiert, andererseits ist er ein sprachgewandter
und ambitionierter Verfasser von Gedichten, Essays und kleinen
Geschichten. Eine ideale Synthese erfahren diese Möglichkeiten
in seinen Liedern, die sowohl textlich wie auch musikalisch
überzeugen durch stimmige, sehr genau aufeinander
ausgerichtete Verarbeitung und durch seinen klaren, bisweilen
ironisch lockeren, oft auch melancholisch eingefärbten
Vortrag, der aber immer im Persönlichen verbleibt...
Textlich wie musikalisch besticht er durch eine deutliche
Artikulation, vorzügliches Stilbewußtsein und
handwerkliches Können...
Daneben zeichnen sich seine Lieder durch eine fast ideale
musikalische Gestaltung aus, deren breitgefächertes Spektrum
vom einfachen melodiösen Strophenlied bis zum harmonisch
ausgefeilten, lautmalerisch angereicherten, durchkomponierten
Stück reicht...
Was bei seinen Liedern eine wunderbare, staunenswerte Wirkung
hinterläßt, (ist) seine ganz persönliche
Ausdruckskraft...“ (Donau-Kurier)
„Urs M. Fiechtner hat in seinen Gedichten und seiner Prosa
eine eigene, unverwechselbare Einheit von innerem Engagement und
Distanz in Sprache und Form geschaffen. Sein umfangreiches Werk
schöpft aus der Gabe der scharfen Beobachtung des Kleinen, das
Großes erzählt, und hoher moralischer Sensibilität
(...), wobei Fiechtner häufig die formale Distanz nahezu
dokumentierenden Erzählens mit hoher Musikalität und
einer hohen sprachlichen und emotionalen Intensität
verbindet.“ (Aus der Begründung zur Verleihung des
Thaddäus-Troll-Literaturpreises)
Gesang für América
Konzertlesung mit Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely
Ein poetisch-musikalischer Streifzug durch einige zentrale Epochen
der indianischen Geschichte Lateinamerikas, gleichzeitig auch ein
Streifzug durch die Vielzahl literarischer und musikalischer
Formen, die sich aus der Verknüpfung von Stilmitteln aus der
indianischen, hispanoamerikanischen und europäischen Lyrik,
Prosa und Musik ergeben.
Die Konzertlesung „Gesang für América - Die alte
Überlieferung“ fußt auf dem ersten Teil des
gleichnamigen Buches von Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely. Er
berichtet vom Ursprung, vom Aufbau und schließlich von der
Zerstörung indianischer Kulturen in Mittel- und
Südamerika. Eingewoben in die epischen Gedichte und Lieder von
Fiechtner/Vesely sind Zitate aus der indianischen Poesie und
Überlieferung sowie von Bartolomé de las Casas und
anderen Chronisten.
Die Historie steht jedoch nur scheinbar im Vordergrund. Fiechtner
und Vesely verstehen ihre Beschäftigung mit der Vergangenheit
als Mittel zum Verständnis der Gegenwart - zwischen den Zeilen
werden Geschichte und Gegenwart aufeinander bezogen, zahllose
Anspielungen halten der Gegenwart den Spiegel der Vergangenheit
vor.
Dieser erste Teil des „Gesang für América“
gehört zu den bekanntesten und besonders häufig
aufgeführten Konzertlesungen von Urs M. Fiechtner und Sergio
Vesely. Die Vielfalt literarischer und musikalischer Formen, die
hier harmonisch miteinander verknüpft werden sowie der Blick
auf die Historie aus einer (für Europäer) eher
ungewohnten Perspektive sind nicht nur für das Fachpublikum
interessant, sondern auch für einen Hörerkreis, dem das
Thema ungewohnt ist oder der sich bisher für epische Lyrik
(oder die Lyrik überhaupt) nicht erwärmen konnte.
„Aus verschiedenen Elementen ein einheitliches Ganzes, ein
Bild Südamerikas, das Vergangenheit und Gegenwart aufeinander
bezieht und auseinander erklärt. Das gelingt mühelos dank
einer Sprache, die blendend, nein, erhellend formuliert und von
großer poetischer Dichte ist...“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung)
„Und wie ging das alles vor sich? Virtuos! Ein kulturelles
Ereignis besonderer Art lieferten die beiden Akteure. Wort und Ton,
in meisterlicher Weise miteinander verbunden. Beide beherrschten
ihre Instrumente. Präzise Gedanken in klaren Begriffen mit
sanften, melodiösen, doch zielgerichteten Tönen von Urs
M. Fiechtner in den Raum gesandt. Von Gitarrenklängen
untermalt, unterbrochen, zusammengefaßt, durch
kontrastierende Ideen und ‘latino grove’ von Sergio
Vesely erweitert - was immer die beiden Interpreten darstellten, es
entwickelte sich zu einem brillanten Feuerwerk. Kurz gesagt, die
beiden waren ein schöpferisches Ereignis - das war
Kultur...“ (Baden-Württembergische Literaturtage Aalen)
„In einer ausladenden Bewegung, die geeignet ist, die
Kenntnisse und Standpunkte (auch) des (Fach-) Publikums zu
erweitern, wird der historische Gegenstand vorgeführt. Mit
wenigen Worten nur wird er an- und aufgerissen, auf notwendigste
Bestandteile reduziert. Und doch: Hier wird das Terrain
überblickt und die Richtung bestimmt - artistisch!“ (Schwäbische Zeitung)
Gesang für América
Konzertlesung mit Urs M. Fiechtner & Serio Vesely
Die Konzertlesung „Gesang für América - Die
Kolonie“ beruht auf dem zweiten Teil des gleichnamigen Buches
von Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely (Edition diá).
Während der erste Teil vom Leben und Denken indianischer
Kulturen bis in die Epoche der Eroberung berichtet, konzentrieren
die Autoren sich nun auf die Geschichte des Europäers und des
Kreolen in Lateinamerika: die Geschichte der Weißen.
Die Konzertlesung beginnt mit der Unterwerfung des indianischen
Amerika, berichtet von der Rolle der europäischen Nationen bei
der Kolonisierung des Doppelkontinentes, erzählt von den mit
Federn und Schwertern ausgetragenen Kämpfen um die Verteilung
der Konquistadorenbeute und endet schließlich mit dem Ringen
der jungen lateinamerikanischen Staaten um ihre
Unabhängigkeit.
Historisch umfaßt dieser zweite Teil des „Gesang
für América“ die Zeiten zwischen dem frühen
16. und dem beginnenden 19. Jahrhundert - doch den Autoren geht es
um weit mehr als nur um die bloße Rückschau auf
vergangene Zeiten: im Gewand poetisch-historischer Betrachtung
verbirgt sich eine präzise Beschreibung der Gegenwart.
Literarisch und musikalisch ist diese Konzertlesung ein
herausragendes Beispiel für die besondere Fähigkeit von
Fiechtner und Vesely, die Stilmittel zweier Sprachen und
Kulturräume symbiotisch zu verknüpfen, ohne sie dabei zu
vermengen. Die ausladende, bis ins sprachartistische reichende
Vielfalt hispanoamerikanischer Epik verbindet sich hier mit der
nüchtern-analytischen Präzision mitteleuropäischer
Lyrik.
Hinweis für Veranstalter:
Eine Alternative zur Wahl zwischen dem ersten und dem zweiten Teil
des „Gesang für América“ kann eine
Doppelveranstaltung im Rahmen einer ‘Langen Nacht’ oder
eine Kombination zwischen Matinée und Abendveranstaltung
sein.
„Ist das Buch schon Kunstwerk an sich, der Vortrag erweist
sich als gänzlich eigenständige, persönliche
Kunstform. Fiechtner ist ein Berichterstatter von rhetorischen
Gnaden, dessen Erzählung durchweg musikalisch enggeführt
wird. Vesely unterlegt den Text lautmalerisch, illustriert und
dramatisiert, so daß man bisweilen im Hörspielstudio zu
sitzen glaubt. Blickt er gedankenverloren ins Leere, so ist er doch
hart am Text. Mit einem Male nimmt Vesely den essayistischen
Gedanken auf und beseelt ihn poetisch mit seinen Liedern, singt das
Klagelied zur Geschichte wie aus uralten Zeiten und steht somit ein
für die Erinnerung. Anders Fiechtner, das intellektuelle
Rauhbein: Er ficht eine sprach-artistische Wortschlacht,
nüchtern, was Europa betrifft, aber eindringlich. Sein
forensisches Feuer ist gewaltig. Daß er im rasenden
Zungenschlag mit gestochener Artikulation den Text
verständlich halten kann, auch das wiederum zeugt von dessen
literarischer Güte...
Das ist gewitzt verpackte Historie mit dauerndem Gegenwartsbezug,
voll findiger Sprachbilder, voll sozialer Anklage. Man darf sagen:
Fiechtner und Vesely sind Pfundskerle mit der authentischen
Geradlinigkeit zu Schmerz und Gram, Wut und Spott...“ (Südwest Presse)
Im Auge des Jaguars
Konzertlesung mit
Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely
oder
Autorenlesung mit
Urs M. Fiechtner
Das Buch „Im Auge des Jaguars“ verbindet
eine Folge literarisch abwechslungsreich
gestalteter Kurzgeschichten und poetischer Prosaskizzen zu einem
weit ausholenden Bogen über die lange Entwicklungsgeschichte
indianischer Kulturen vor Kolumbus.
Auf der Grundlage alter Überlieferung und moderner
historischer Forschung zeichnen Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely
ein facettenreiches Bild indianischer Weltsicht und beschreiben
zentrale Episoden und Schlüsselmomente einer gut 30.000 Jahre
- und eben nicht erst 500 Jahre - währenden Kulturgeschichte
Amerikas.
Ihr Interesse gilt jedoch weder den schon endlos oft geschilderten
Mythen des Weißen Mannes und seinem mal aufs sensationelle
(‘Das Gold der Inkas’) oder profitable (dito)
eingegrenzten Blick, noch der von wohlmeinenden Philosophen der
(wiederum europäischen) Aufklärung inszenierten und bis
heute anhaltend modischen Suche nach dem ‘Edlen
Wilden’. Ihr Interesse gilt vielmehr jenen
Überlieferungen, historischen Ereignissen oder Personen, die
stellvertretend für die Identität der erstgeborenen
Amerikaner stehen und die das Entstehen und das Gedankengut der von
Europäern fast vollständig zerstörten indianischen
Zivilisationen verständlich und faßbar machen
können.
Parallel zum Gang durch die Geschichte ist „Im Auge des
Jaguars“ auch ein Gang durch die literarischen Mittel und
Wege der Prosa, die das Thema ermöglicht. Hier wird Historie
nicht um ihrer selbst willen erzählt - im Ton des
Erzählers und Überlieferers schimmert immer wieder ein
dauernder Bezug zur Gegenwart durch, mal in hintersinnig
verschlüsselten Anspielungen, mal mit offener,
vergnüglicher Ironie.
Für Konzertlesungen hat Sergio Vesely Elemente aus den
Kurzgeschichten und Prosaskizzen Fiechtners vertont und mit Liedern
nach Texten des indianischen Dichters Nezahualcóyotl aus dem
15. Jahrhundert ergänzt.
„Aus den poetischen Erzählungen spricht weder die
trockene Sehweise eines Geschichtsforschers noch die des
‘edlen weißen Mannes’. Sie ist vielmehr
durchdrungen von indianischer Weltsicht und Symbolik, die
vermittelt wird durch die an der Geschichte Beteiligten,
Leidtragenden. Unsentimental, jedoch auf subtile Weise ergreifend,
wird lebendiges Erzählgut auf einem literarischen Bilderbogen
aufgefädelt, der mystische Kraft verströmt.“ (Badisches Tagblatt)
„Anrührend authentisch.“ (Der Tagesspiegel)
„Ein geschichtlich, aber auch literarisch anspruchvolles
Buch.“ (Stuttgarter Nachrichten)
„In dieser Konfrontation alter Kulturen mit dem Geist der
modernen Zeit kann der Leser einen Schlüssel finden für
ein besseres Verständnis von Historie und Lebensart der
Menschen, die heute Amerikaner heißen.“ (Rheinische Post)
Die Stummen Hunde
Konzertlesung mit Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely
Mit Akribie hat der cubanische Ethnologe und Schriftsteller
Miguel Barnet jahrelang Fabeln der Karibik gesammelt, in
denen sich die mündliche Überlieferung aus Regionen
Afrikas mit spanischen und indianischen Erzählformen in
einzigartiger Weise vermischt hat.
Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely haben sein keineswegs nur
für Ethnologen interessantes Standardwerk Akeké y la
Jutía ins Deutsche übertragen („Die Stummen
Hunde“, Edition día Berlin) und stellen bei besonderen
Gelegenheiten eine Auswahl ebenso skurriler wie lebens-weiser
Fabeln als Konzertlesung vor.
Erwachen in der Neuen Welt
Autorenlesung für Jugendliche und Erwachsene mit Urs M.
Fiechtner oder Autorenlesung für Kinder und Jugendliche mit
Sergio Vesely
Bartolomé de las Casas (1484 bis 1566) zählt ohne
Zweifel zu den berühmtesten, leichzeitig auch umstrittendsten
Persönlichkeiten der europäischen Kolonial- und
Kirchengeschichte. Der andalusische Kaufmannssohn, der Latein- und
Theologieschüler, der Grund- und Minenbesitzer, der
Sklavenhalter und Militärkaplan, der Prediger und Chronist,
der politische Beamte, streitbare Priester, Mönch und
schließlich Bischof wandelte sich im Verlauf seines
abenteuerlichen Lebens vom ‘ganz gewöhnlichen
Kolonisten’ zu einem der ersten (und besonders lautstarken)
Ankläger der maßlosen Greuel- taten, die Europas
Eroberer an den amerikanischen Völkern begangen, und wurde zum
Gegenstand erbitterter, bis zum heutigen Tage anhaltender
Auseinandersetzungen um die Rolle Europas und der Kirche bei der
Eroberung Amerikas.
‘Erwachen in der Neuen Welt’ ist eine spannend
geschriebene, bis ins letzte Detail auf historischen Dokumenten
beruhende Romanbiographie über die ersten 30 Lebensjahre von
Bartolomé de las Casas, jener Epoche also, in der er
‘die Seiten wechselte’ und die bisher in der Literatur
fast keinen Niederschlag gefunden hat. Aber gerade diese Wandlung
vom Mitläufer, Mit-Profiteur und Mittäter des gewaltsamen
Eindringens Europas in die amerikanische Welt zum Verteidiger
indianischer Lebensrechte und zum Vermittler zwischen den Welten
ist das Thema, das Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely interessiert
- übrigens nicht nur auf die Vergangenheit bezogen: wie immer,
wenn die Autoren über ein historisches Thema schreiben,
spüren sie einem besseren Verständnis der Gegenwart nach
und verknüpfen ihr Thema mit Bezügen auf die heutige
Zeit.
„Ein beeindruckendes Buch, eine gelungene Mischung aus
Erzählung und Sachbuch, das Kolonial-, Glaubens- und
Kirchengeschichte sowie das Alltagsleben der Menschen des
ausgehenden Mittelalters fesselnd zu beschreiben vermag. Das ist
kein leichter Schmöker, man liest lange daran, muß sich
manchmal ganz schön konzentrieren, will am Ende aber unbedingt
mehr wissen. Für alle historisch interessierten Leser eine
wirkliche Entdeckung mit vielen Bezügen zur
Gegenwart...“ (Neue Westfälische)
„Unmengen von Dokumenten haben Fiechtner und Vesely
durchwühlt, um nicht nur die Wege, sondern auch die Gedanken
des jungen Las Casas nachgehen zu können. Emtstanden ist ein
spritzig geschriebenes Buch, das vor allem den jugendlichen
Werdegang beleuchtet. Eingebettet in eine abenteuerliche Welt um
das Jahr 1500, zeichnen sie den Weg vom Kaufmannssohn über den
Theologieschüler bis hin zum Sklavenhalter und
Militärgeistlichen. Doch Las Casas paßt sich nicht
an...
Wichtig ist den Autoren die Sozialisation, die langsame und
zähe Wandlung des jungen Mannes, die Entdeckung der Neuen Welt
durch die Konfrontation mit der indianischen Kultur. Dadurch lebt
das Buch. Und es reizt am Ende, Gedanken und Schriften des Mannes,
der vielen noch heute als ‘Anarchist’ gilt, zu
studieren...“ (Frankfurter Neue Presse)
Mit brennender Geduld
Konzertlesung
mit Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely
Nicht oft - dafür aber „mit besonderem
Vergnügen“ - stellen Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely
auf der Bühne auch Texte anderer Autoren vor. Nicht wenige der
Bücher von Fiechtner und Vesely sind von dem literarischen
Experiment geprägt, die Stilelemente und Ausdrucksmittel des
lateinamerikanischen und des deutschen Sprachraumes miteinander zu
verbinden. Gewissermaßen als „Nebenprodukt“ sind
dabei auch viele Übersetzungen, Interpretationen und
Vertonungen der Texte bekannter und noch unentdeckter
lateinamerikanischer Autoren entstanden, die Fiechtner und Vesely
gelegentlich in Autorenlesungen oder Konzertlesungen zu einem
lebendigen Bilderbogen der Formen, Themen und Anliegen
hispanoamerikanischer Literatur zusammenstellen.
„Mit brennender Geduld“ (der Titel geht auf einen, in
Lateinamerika häufig zitierten, Vers von Rimbaud zurück)
ist ein unprätentiöser Streifzug durch die
lateinamerikanische Literatur unter Verwendung von Auszügen -
fast immer in eigenen Übersetzungen - aus den Werken von
Gabriela Mistral, Pablo Neruda, Rubén Darío, Vincente
Huidobro, César Vallejo, Jorge Luis Borges, Carlos Drummond
de Andrade, Ernesto Cardenal, Vinicio de Moraes, Octavio Paz,
Antonio Skármeta, Javier Villafane, Julio Cortázar ,
Juan Gelman und vielen anderen.
Eine sehr private und persönliche Zusammenstellung, die sich
ständig ändert und erneuert ; - kein Litera-turseminar
eben, sondern ein poetischer, ebenso nach-denklicher wie
amüsanter Streifzug durch ein buchstäblich weites Feld an
Formen und Themen, der gelegentlich auch mit Zitaten aus der
indianischen Literatur und Überlieferung oder der modernen
Volksdichtung erweitert werden kann.
„Die Gedichte, von Fiechtner hervorragend übersetzt,
reichten von der Romantik bis hin zur kaltschnäuzigen
Beschwerde gegen die Obrigkeit... Stolz, wehmütig, kritisch,
bissig, lebensbejahend, voller Energie -’Mit brennender
Geduld’ war mehr als nur eine Konzertlesung, in der
lateinamerikanische Literatur vorgestellt wurde: es war die
Vermittlung eines uns weitgehend unbekannten
Lebensgefühls...“ (Oberhessische Presse)
„Kunst den Menschen nahe zu bringen, ist Aufgabe des
Interpreten. In diesem Sinne waren zwei Meister ihres Faches am
Werk, prädestiniert, das nachvollziehbar zu machen, was an
Erfahrungen lateinamerikanischer Völker in Literatur und Musik
Niederschlag gefunden hat...“ (Südwest Presse)
Qual der Wahl? - Zum 30jährigen Buch- und Bühnen -
"Jubiläum" empfehlen wir besonders eine Mischung aus
ganz neuen und aus sehr bewährten Themen für
Konzertlesungen - oder einfach solche, die Fiechtner & Vesely
besonders gerne auf die Bühne bringen…:
Mit Möwenzungen in der Mehrzweckhalle
30 Jahre Literatur & Musik
Konzertlesung mit
Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely
Fiechtner und Vesely erzählen von ihren Erfahrungen mit
Veranstaltungen, Verlegern und Büchern, geben erhellende
Einblicke in die Welt hinter den Kulissen des Kulturbetriebes und
beschreiben ihren Umgang mit Literatur und Musik.in einer Auswahl
von Lyrik, Liedern und Geschichten aus 30 Jahren.
Dies ist mein Haus
Pablo Neruda über sein Leben und Werk
Konzertlesung
mit Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely
Ein Teil der gemeinsamen Arbeit in der autorengruppe79 bestand und
besteht auch darin , die Literatur und Musik anderer Kulturkreise
im deutschsprachigen Raum in verständlichen Formen
vorzustellen. Ein markantes Beispiel dafür ist die
langjährige Arbeit von Fiechtner und Vesely an und mit
Über-setzungen und Vertonungen der Werke des chilenischen
Nobelpreisträgers. In dieser Konzertlesung ziehen sie eine
Zwischenbilanz ihrer Sicht auf sein Leben und Werk. Ohne
umständliche Kommentare lassen sie mit neuen
Übersetzungen und Vertonungen von Texten Nerudas ihn selbst
seine Haltung zur Literatur und zum Leben erklären.
Gesang für América
- Die alte Überlieferung
Gesang für América
- Santa Cruz de Indias - Die Kolonie
Konzertlesungen
mit Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely
Fragt man Fiechtner und Vesely nach ihren Lieblingsbüchern,
dann steht ihr Gesang für América an oberster
Stelle. Die daraus entwickelten Konzertlesungen zählten und
zählen zu den beliebtesten überhaupt. Dieser
poetisch-musikalische Streifzug durch zentrale Epochen der
lateinamerikanischen Geschichte ist gleichzeitig eine kunstvolle
Revue über die Vielfalt literarischer Formen, die sich aus der
Verbindung von Stilmitteln der indianischen, hispano-amerikanischen
und deutschen Lyrik, Prosa und Musik ergeben.
Die Konzertlesungen folgen den beiden Teilen des Buches (aktuelle
zweisprachige Ausgabe im Schmetterling-Verlag Stuttgart, auf Wunsch
mit Unterrichtseinheit für Spanischlernende). Der erste,
bekanntere Teil behandelt die indianische Geschichte und die
Eroberung, der zweite Teil erzählt die Geschichte der Kolonie.
Veranstalter können zwischen beiden Teilen wählen,
zu besonderen Gelegenheiten empfiehlt sich eine „Lange
Nacht“ mit beiden Konzertlesungen für
Hartgesottene.
Geschichten aus dem Niemandsland
Konzertlesung mit
Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely
Der Umgang mit Menschenrechtsthemen gehört seit 30 Jahren zu
den Schwerpunkten der literarischen Arbeit der autorengruppe79 und
des Duos Fiechtner/Vesey.. Der ehemalige politische Gefangene
Vesely und der erfahrene Mitarbeiter von
Menschenrechtsorganisationen Fiechtner verstehen es,
unaufdringlich, einfühlsam und dennoch präzise von Opfern
und Tätern politischer, ethnischer und religiöser
Verfolgung zu berichten.
Die Poesie, vielleicht
oder was Dichter sagen wollen
Konzertlesung
mit Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely
Was bedeutet eigentlich Literatur, welchen Sinn hat das ganze
Geschreibe und wie sieht es bloß in den Köpfen der
Literaten aus? – Diesen und anderen Fragen gehen Fiechtner
und Vesely mit einer Auswahl von Gedichten und Kurzgeschichten aus
30 Jahren nach, wobei sie sich hier und dort in Gestalt von Veselys
Vertonungen deutscher Klassiker von Goethe über Heine bis
Kästner auch mal des Rates ehrwürdiger Kollegen
versichern und die eigene Zunft nicht schonen (siehe u.A.
Fiechtners Literatensatire „Der Dichter“ im
Schmetterling-Verlag Stuttgart).
Über Dichter
Versuche über die Poesie und ihre Verursacher
Autorenlesung
mit Urs M. Fiechtner
Eine Variation desselben Themas in der Form einer Autorenlesung
über die Literatur selbst, eine Reflektion über die
Hintergründe und den Sinn (zuweilen auch Unsinn)
schriftstellerischen Tuns sowie über die Grenzen und
Möglichkeiten der Literatur, zusammengefasst aus dem
Blickwinkel eines Autors, der seine Themen ernst, sich selbst und
seine Zunft aber nicht so wichtig nimmt.
Frei und gleich geboren!
Bücher für die Menschenrechte -
Vorstellung einer Lesebuch-Reihe
Vorstellung der Buchreihe und Lesung mit Urs M. Fiechtner
oder
Lesung mit Urs M. Fiechtner und
Reiner Engelmann
oder
Konzertlesung
mit Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely
Ein aktuelles Beispiel für die interkulturelle und
interdisziplinäre Arbeit der autorengruppe79 ist die seit 1998
bei Sauerländer erscheinende Buchreihe mit Lesebüchern
rund um die Menschenrechte von Fiechtner und Engelmann mit
inzwischen weit über 100 beteiligten Autorinnen und Autoren
aus aller Welt. Lyriker und Essayisten, Erzähler und
Romanciers, Wissenschaftler und Betroffene, Journalisten und
Akteure berichten aus ihrer Sicht in vielfältigen Formen
über Probleme unserer Zeit.